Das Tümpelterrarium

Die Einrichtung

Aus einem vorhandenem Aquarium (150 x 60 x 50 cm), welches mit einer dieser teuren plastischen Rückwände ausgestattet war, sollte ein Behälter für chinesische Rotbauchunken (Bombina orientalis) entstehen. Da diese Tiere stark an das Wasser gebunden sind, war neben einem Landteil auch ein großer Wasserteil vorgesehen . Die Rückwand ist ideal und spart eine Menge Zeit bei der Einrichtung. Entgegen anderer Vorschläge zur Einrichtung von feuchten Terrarien, baute ich hier auf meine Erfahrungen mit Paludarien und richtete den Untergrund des Landteils mit Aquarienkies her. zum Wasserteil hin stellte ich einige Steine fast lückenlos quer und häufte dahinter mit Kies den Landteil an. Auf den Kies wurden Steinplatten gelegt, welche zur Gestaltung des Bachlaufes beitragen und auch ein Versinken des Erdreiches in den Kies verhindern sollen.

Ein starker Eheimfilter mit eingebauter Heizung saugt aus dem Wasserteil das Wasser an und läßt es in den hinteren Landteil strömen. In der Vertiefung des Bachlaufes sammelt sich das Wasser und wird gezielt in das Wasserteil zurückgeleitet. Der ganze Kies wird vom Wasser durchströmt und dadurch wird ein vergammeln des Landteiles verhindert,

       

Das Landteil und der “Bachlauf
Was bei der Gestaltung meiner Aquarien und Terrarien sofort ins Auge fällt, ist das natürliche Aussehen der Behälter. Ausschlaggebend ist hier zum großen Teil der Einbau einer plastischen 3D Rückwand. Die Rückwände gibt es in verschiedene Varianten und auch Preisklassen. Ob eine Felswand, mit Baumstumpf, wie auf diesen Fotos meines Tümpelterrariums oder eine Felswand in unterschiedlichen Felsformationen, mit und ohne Holz, oder mit Schilfrohren oder anderen Blickpunkten, das Angebot wird immer größer. Die Kosten für die auf den oberen Fotos zu sehende Rüchwand “Back to Nature” liegen bei ca 400,- Euro, aber es geht auch preiswerter. Aber wie man deutlich auf meinen Fotos erkennen kann, ist so eine 3D Rückwand Ihr Geld wert und das Becken wird zu einem wirklichen Blickfang, mal abgesehen von der Mühe, die man sich spart und ich glaube trotz aller Erfahrung bekommt man es mit eigenen Mitteln nicht so hin!. Sie finden in dem Shop die Rüchwände der Anbieter: Back to Nature - Papillon - Juwel - Bioplast und natürlich noch viele andere Sachen rund um Aquarium, Terrarium und Gartenteich!

Es wird Grün

Über den Kies wurde eine ca 3 cm dicke Schicht “Faunarep Terrarieneinstreu fein” geschichtet. Das Terrarieneinstreu wird aus Pinienborke hergestellt und ist zur Einrichtung von Feuchtbiotopen wie Wald- und Urwaldterrarien bestens geeignet und vorgesehen. Ein 100 prozentiges Naturprodukt !

Die Farne und der rankende Gummibaum wurden aus den Töpfen entfernt und mit ihrem Erdballen etwas in den Terrarienstreu eingearbeitet. Zwei abgetrennten Ranken der Efeutute wurden einfach in den Bodengrund und den Wasserteil gesteckt. Einige Mosspolster wurden auf die Steine verteilt und gedeien vorzüglich. viel mehr werde ich an Pflanzen vorerst nicht einbringen, um die Bewegungsfläche der aktiven Rotbauchunken nicht unnötig einzuschränken, außerdem rechne ich mit einem flotten Wachstum der Ranken.

Wem es zu viel Wasser ist, der kann es auch so machen

      

Hier zeige ich eine andere Einrichtungsvariante des gleichen Terrariums. Nur in der rechten Ecke wurde ein kleines “Wasseloch” eingerichtet, der Rest wurde mit Blumenerde aufgefüllt und mit Farnen, Moos und Bonsaibäumchen bepflanzt.



Fortschritt der Bepflanzung im Laufe der Zeit

Der Anfang

Nach 14 Tagen

Nach einem halben Jahr

Ein halbes Jahr später, der Dschungel wartet auf den Gärtner. Einmal im Vierteljahr muß ich mit der Schere eingreifen, sonst überwuchert der rankende Gummibaum alles und auch die Efeutute muß regelmäßig mit dem Schere Bekannschaft machen. Der rankende Gummibaum hat dann auch die halbe Beleuchtungskappe erobert. Die Unken fühlen sich im Dschungel sichtlich wohler. Auch das Moos erobert sich immer mehr vom Landteil. Die rechte Seite sieht noch etwas kahl aus, das werde ich noch ändern.

     

Hier einmal ein Blick unter die Beleuchtungskappe, deutlich wird hier der Drang der Pflanzen zum Licht. Wenn ich nicht regelmäßig auslichte, kommt kein Licht mehr zum Boden. Trotz einger Warnungen von anderen Terrarienbesitzen, kommt es weder zu Schimmelbildung, vergammeln des Bodengrundes oder Geruchsbildung, was wohl auch daran liegt, daß ein kleiner Elektroniklüfter für frischen Wind sorgt !



Die Terrarium Bewohner

Fotos: Chinesische Rotbauchunke ( Bombina orientalis )

  

   

Die Unken sind keinegswegs scheu oder nachtaktiv, sondern durstöbern den ganzen Tag das Terrarium. Oft sitzen sie im Bachlauf oder verbringen einige Stunden im Wasserteil.

Artbeschreibung Chinesische Rotbauchunke ( Bombina orientalis )

  • Vorkommen: Nordostchina, Korea, Taiwan, Ostsibirien
  • Größe: ca 6 cm
  • Haltung: Terrarium mit Wasserteil ( Aquaterrarium ) bei großen Terrarien 50% Landteil bei kleinen Terrarien den Wasserteil etwas gößer (60%Wasser- 40% Landteil)
  • Haltungstemperatur: tagsüber ca 20 °C bis 25 °C Grad -- nachts etwas kühler um 20 °C Beleuchtungsdauer: ca 10 bis 12 Stunden
  • Luftfeuchtigkeit: ca 60 bis 80%
  • Nahrung: fressen sehr gierig alles was sich bewegt. Würmer (kleine Rotwürmer aus dem Angelshop) Mückenlarven, Heimchen, Fliegen, Mehlwürmer, Grillen
  • Fütterung: alle 2 bis 3 Tage, sind sehr futterneidisch und gierig
  • Verhalten: sollen dämmerungs und Nachtaktiv sein, aber bei mir sind von 4 Tieren fast immer 3 Tiere zu sehen. Bei Gefahr drehen sich die Unken auf den Rücken und strecken den Feinden zur Abschreckung ihre rot gemusterte Unterseite entgegen. Können bei Gefahr auch ein gifiges Hautsekret absondern, darum nach jeder Berührung der Rotbauchunken die Hände waschen.
  • Lebenserwartung: im Terrarium ca 12 bis 14 Jahre
  • Schutzart: keine Meldepflicht, BArtSchV

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